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Ein-Zeilen-Setzer vs. Adobe-Absatzsetzer
InDesign bietet im Gegensatz zu XPress eine zusätzliche Setzart: den Adobe Absatzsetzer. Eine von Adobe entwickelte Technik Absätze harmonisch und automatisch zu umbrechen. Mit dieser Funktion will Adobe den Anwendern beim Satz unter die Arme greifen. Im Gegensatz zum konventionellen Ein-Zeilen-Setzer beschäftigt sich die »neue« Handhabung – wie es der Name schon verrät – mit dem ganzen Absatz. Der Absatz überblickt somit alle Zeilen im Absatz und umbricht bei Änderungen den kompletten Absatz nach Gutdünken neu. Trennungen und Abstände entnimmt er wie gewohnt aus den Einstellungen. Nimmt man jedoch ein Änderung im Ein-Zeilen-Setzer vor, so bleiben die anderen Zeilen (zumindest die Zeilen davor) unverändert. Nur die darauffolgenden Zeilen können sich je nach Änderung verschieben.
Aktivieren der jeweiligen Setzarten
Die jeweilige Setzart kann man entweder in der Absatz-Palette oder in der Steuerungspalette im Bereich Absatz anwählen. Natürlich gibt es nur die Möglichkeit für entweder oder. Hat man InDesign frisch installiert, ist standardmäßig der Adobe Absatzsetzer aktiviert. Dies kann ein Fluch oder Segen sein. Dazu aber gleich mehr. Möchte man diese Voreinstellung abändern, schließt man alle Dokumente und wechselt im leeren InDesign-Zustand das Häckchen an die gewünschte Satzart. Beim Öffnen von neuen Dokumenten wird ab sofort die neue Satzart verwendet. Ältere Textbereiche in bereits vorhandenen Layouts bleiben in der damalig ausgewählten Satzart bestehen, da sonst alle Absätze neu umbrechen würden.

Tücken, Vor- und Nachteile
Beide Satzarten haben ihre Funktionen, jedoch auch Vor- und Nachteile. Je nach Gestalter oder Anwender kann sich die ein oder andere Funktion als nützlich oder Qual herausstellen.
Pro: Adobe Absatzsetzer
Adobe Absatzsetzer umbricht den Absatz automatisch in einen weitgehend harmonischen Satz. Dies kann für Anfänger und Nicht-Typo-interessierte Grafiker praktisch sein.
Ändert sich der Absatz kontrolliert InDesign alle Stellen im Absatz und umbricht den Absatz komplett neu.

Pro Ein-Zeilen-Setzer
Wem die Funktion des Absatzsetzers nicht bekannt ist oder keine Erfahrungen damit hat, kann schnell verwirrt und verunsichert werden. Der Ein-Zeilen-Setzer ist mit Word oder XPress gleichzusetzen und ist bei den meisten Anwendern somit in sicherer Hand.
Ändert man Stellen im Absatz lässt der Ein-Zeilen-Setzer – im Gegensatz zum Absatzsetzer – alle davor stehenden Zeilen unberührt. Somit muss nicht nochmals nach Fehlern im Satz oder unschönen bzw. falschen Trennungen kontrolliert werden. Der Grafiker oder Anwender hat somit volle Kontrolle über seine Satzoptik.
Abstände
Mit »Abstände« meint InDesign weder exakt die Zeilenabstände (nur den »autom. Zeilenabstand) oder Abstände zwischen den Absätzen, sondern die Wort- und Zeichenabstände an sich. Dieser Verwaltungsbereich ist etwas unglücklich betitelt.
Die Abstände-Verwaltung bietet die Möglichkeit den minimalen, optimalen und maximalen Abstand zwischen Wort- und Zeichenabstand zu bestimmen. Für den Blocksatz sind alle drei Werte wichtig – für den links- oder rechtsbündigen Satz nur der optimale Wert. Der Grund hierfür ist, das InDesign bei der »Optimal«-Einstellung immer Einsatz findet. Dieser »Optimal«-Wert legt nämlich die Grundoptik fest. Möchte man generell weniger/mehr Raum zwischen Wort oder Zeichen, so kann dies hier bestimmt werden. Besitzt beispielsweise eine Schrift generell zu wenig Raum zwischen den Wörtern (bzw. ein schmales Leerzeichen), so kann hier der Wert von 100% auf beispielsweise 130% hochgeschraubt werden. Dasselbe gilt für den Zeichenabstand oder auch der Glyphenskalierung.
Der »Minimal«- und »Maximal«-Wert tritt jedoch nur beim Blocksatz in Einsatz. Hier benötigt InDesign nämlich Richtlinien inwieweit Abstände für einen idealen Blocksatz verändert werden dürfen. Hier sollte jedoch besonders vorsichtig bei »Zeichenabstand« und der »Glyphenskalierung« montiert werden, da durch Veränderungen dieser Einstellungen ziemlich schnell die Optik im Satz verändert werden kann und das eigentliche Satzbild an manche Stellen komisch erscheinen lässt – da schließlich nicht an Weißräume sondern an der Schrift selbst modifiziert wird.
Arbeitet man nicht mit »Absatzformaten« hat InDesign noch Platz für die Einstellungen des automatischen Zeilenabstands (sofern keiner explizit gewählt wurde), der Wortausrichtung bei Einzelwörtern im Blocksatz und der Setz-Art gefunden. Zum »Setzer« und dessen Unterschiede wird es im nächsten Typo-Kurs geben.
Aufzählung und Nummerierung
In InDesign hat man die Wahl zwischen zwei Listentypen: Aufzählungszeichen und Nummerierung. Diese Funktion lässt sich in der Absatz-Steuerungspalette oder im Untermenü der Absatz-Palette unter »Aufzählungszeichen und Nummerierung« aktivieren.
Aufzählungszeichen
Wählt man als Listentyp »Aufzählungszeichen« so kann hier ein Zeichen als Aufzählungspunkt gewählt werden. Leider lässt InDesign – im Gegensatz zur Nummerierung – nur eine Hierarchieebene zu.
Über »Hinzufügen« kann ein Symbol aus einer gewünschten Schrift über die Glyphentabelle ausgewählt werden.
Der Abstand nach dem Aufzählungszeichen kann entweder konventionell über einen Tabulator oder einem anderen beliebigen Abstand festgelegt werden. Wie das Zeichen formatiert werden soll, bestimmt das zugewiesene Zeichenformat. Nur an diesem Ort können Formatierungen wie Farbe usw. verändert werden.
Über die Positions-Einstellungen kann der Einzug sowie ein hängender Einzug bestimmt werden. Bestimmt man bei »Text danach« einen Tabulator (^t), so kann ein »hängender Einzug« beispielsweise bei 3 mm mit »Einzug links: 3 mm« und »Einzug erste Zeile –3« und einer »Tabulatorposition: 3mm« erstellt werden. Für die erste Zeile muss der Minuswert gewählt werden, da der Aufzählungspunkt am Zeilenanfang stehen soll. Wird jedoch die gesamte Aufzählung eingerückt, muss noch umgerechnet werden.
Nummerierung
Bei der Wahl des Listentyps »Zahlen« können Nummerierungsformat, sowie die Zahlenkombination, Zeichenformat und der beginnenden Ziffer festgelegt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit mehrere Ebenen (Hierarchien) zu bestimmen. Auch hier sind besondere Formatierungen – wie Farbe usw. – nur über ein zugewiesenes Zeichenformat möglich. Dies macht das ganze etwas umständlich, jedoch auch einfacher zu verwalten, indem InDesign nicht nochmals Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.
Die Position für die Nummerierung funktioniert identisch mit den Einstellungen der Aufzählungszeichen.
Silbentrennung
Ist die Silbentrennung nicht aktiviert, so muss ausschließlich manuell getrennt werden. Voraussetzung für eine gut funktionierende automatische Silbentrennung ist die Verwendung der korrekten Sprach- bzw. Wörterbucheinstellungen in InDesign. Je nach Sprache und Land bietet InDesign verschiedene Wörterbücher an, die entweder in den Voreinstellungen, in der Steuerungspalette (unter »Sprache«) oder in der Absatz-Palette (ebenfalls unter »Sprache) ausgewählt werden kann. InDesign arbeitet hier für jeden einzelnen Absatz unabhängig. Das bedeutet, dass mehrsprachige Layouts gut verwaltet werden können.
Aktivierung
Nach diesen Vorkehrungen kann nun die Silbentrennung, entweder im Aufklappmenü oder in der Absatz-Palette, aktiviert werden. Dies erfolgt ebenfalls wieder Absatzbedingt – somit können Überschriften ohne Silbentrennung verwendet werden, der Fließtext wiederum mit.
Falls nicht mit Absatzvorlagen gearbeitet wird, muss entweder jeder Absatz individuell aktiviert werden, oder man markiert vorerst alles oder arbeitet mit dem Pipettenwerkzeug.
Einstellungen
Eine Aktivierung der Silbentrennung allein reicht nicht aus. Um ein gute Silbentrennung zu erzielen müssen noch individuelle Einstellungen, die sich je nach Layout richten sollten, vorgenommen werden.
In den Einstellungen für die Silbentrennung wird festgelegt, ab welcher Wortlänge die Trennung aktiv werden soll. Bei engen Spalten macht eine Wortlänge von 5 Buchstaben Sinn. Möchte man keine kurze Vor-/Nachsilbentrennung, so sind mindestens 6 Buchstaben zu wählen. Die jeweilige kürzeste Vor- und Nachsilbe lässt sich ebenso in einer Buchstabenanzahl festlegen.
Die Auswahlmöglichkeit zu den »max. Trennstrichen« bedeutet die Trennstrichfolge der einzelnen Textzeilen. Wählt man 3 Trennstriche, so werden maximal 3 Trennungen in Folge von InDesign gesetzt. Harmonisch sind 3 Trennstriche, was sich jedoch bei engen Spalten fast bzw. oft nicht realisieren lässt. Beim Blocksatz können hier zu große Wortzwischenräumen im Satz entstehen. Dies lässt sich unter anderem nur durch die Erhöhung der maximalen Trennstriche in Folge vermeiden.
Oft werde ich nach der Bedeutung der »Trennbereich«-Einstellung gefragt. Diese Angabe ist vielleicht nicht selbsterklärend, jedoch wird sie es gleich sein. Der Trennbereich ist die Breite (in mm) am Zeilenende, in der getrennt werden darf. Diese Funktion funktioniert logischerweise nicht im Blocksatz. Ein Beispiel wäre bei der Angabe von »0 mm« dass hier InDesign den hinteren Part komplett ausnutzen muss. Bei einer Angabe von mehreren Millimetern erhält InDesign mehr Spielraum. Am Besten man aktiviert die »Vorschau« um das Ergebnis unmittelbar zu prüfen bzw. zu testen.
Zusätzlich bietet InDesign noch einen Entscheidungsregler an, indem das Programm eher zu »optimierte Abstände« oder »weniger Trennstriche« tendieren soll.
Um den Satz bzgl. die Trennungen noch zu perfektionieren, gibt es noch drei weitere Optionen die sich de- oder aktivieren lassen: Die Möglichkeit ob großgeschriebene Wörter getrennt werden sollen, ob das letzte Wort im Absatz von InDesign gekappt werden soll und ob eine Silbe über eine Spalte hinweg entstehen darf.
Manuelle Silbentrennung
Auch wenn die automatische Silbentrennung aktiviert ist, darf man natürlich immer noch selbst bestimmen, wann und an welcher Stelle getrennt werden soll. Um Herr über alle Trennungen zu werden sollte der »Ein-Zeilen-Setzer« (und nicht der »Absatz-Setzer«) voreingestellt sein.
Möchte man also eine Trennung verbessern oder selbst eine Trennung setzen so platziert man den Cursor an die gewünscht Stelle und trennt das Wort mit Umschalt+Cmd+Divis (Mac OS) oder Strg+Umschalt+Divis (Windows). Dieses Kürzel hat den Vorteil, falls wenn der Umbruch verschoben wird, auch die Trennung verschwindet. Ein manuell gesetztes Divis würde vielleicht vergessen und somit stehen bleiben.
Noch ein kleiner Tipp: Setzt man das Zeichen vor das Wort, so wird in vollen Zeilen das ganze Wort in eine Zeile gerückt.
Wörterbuch
Wer InDesign bezüglich Silbentrennung noch etwas beibringen möchte, der kann im »Wörterbuch« selbst Trennvorschläge hinzufügen. Diese kann man gezielt ins Dokument oder ins Benutzerwörterbuch speichern.
Einfach den Begriff mit Trennvorschlag eingeben und hinzufügen. Die Trennung erzeugt man mit der Angabe einer sogenannten Tilde. Eine Tilde ist die höchste Trennpriorität. Eine zweite Welle eher unwichtig, die dritte wird dann quasi nur als Notfalllösung von InDesign verwendet. Keine Trennung in dem jeweiligen Wort verbietet somit auch InDesign eine eigene Trennung zu erstellen. Praktischerweise lassen sich die Listen auch exportieren und in ein anderes Dokument importieren.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Umbruchoptionen
Die Umbruchoptionen steuern weitgehend den automatischen Umbruch und versuchen somit ein bestmögliches Ergebnis – was automatisch erreicht werden kann – auszugeben. Jedoch führt das Ergebnis selten zu einem befriedigendem Ergebnis. Die Funktion macht auch generell nur Sinn, wenn die Spaltenhöhe nicht exakt gleich bleiben muss.
Die Einstellungen zu den Umbruchoptionen sind entweder in der Steuerungspalette oder in der Absatz-Palette zu finden.
Die Option »Nicht von vorherigen trennen« [1] erzielt, dass die erste Zeile des aktuellen Absatzes nicht von der letzten Zeile des Absatzes zuvor getrennt wird. Mit Festlegung einer Zeilenmenge bei »Nicht trenen von nächsten XX Zeilen« [2] wird ein Absatz mit der bestimmten Zeilenmenge am Spalten- oder Kolumnenende geduldet. Das bedeutet: Legt man 2 Zeilen fest, so dürfen 2 Zeilen am Anfang eines Absatzes noch am Spalten- oder Kolumnenende stehen.
Mit »Zeilen nicht trennen« [3] kann man ein ähnliches Ergebnis erzielen – nur mit mehr Optionen.
Der »Absatzbeginn« [4] lässt sich hier im Menü ebenso festlegen. Man kann mit dem Absatzformat belegte Absätze an eine gewisse Position befördern. Richtet man zum Beispiel ein Absatzformat für eine Headline ein, die immer auf einer neuen Seite beginnen soll, so kann man den Absatzbeginn auf »Auf nächster Seite« festlegen. So gelangt die Headline immer auf eine neue Seite, ohne das ein Seitenabbruch eingefügt werden muss.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Schnelle Rechtschreibhilfe
Wählt man das passende aktuelle Rechtschreibwörterbuch in InDesign aus, so unterstreicht das Layoutprogramm alle unbekannte und fehlerhafte Wörter in rot. Voraussetzung ist, dass für den Text die richtige Sprache und die Rechtschreibprüfung unter »Bearbeiten > Rechtschreibprüfung > Dynamische Rechtschreibprüfung« aktiviert ist.

Nun gut. Was ist aber, wenn ein Wort als fehlerhaft unterstrichten ist? Beispiel anhand folgenden Satzes: »Ich bin ressistent gegen ComicSans.« Das Wort »resistent« schreibt man natürlich ohne Doppel-s. InDesign hat dies vorbildlich erkannt und auch unterstrichen. Doch wie hat ein Unwissender die Möglichkeit diesen Fehler auszumerzen? Entweder man durchläuft die komplette Rechtschreibprüfung, besucht DUDEN.de oder klickt mit der CTRL-Taste (Mac) auf das entsprechende Wort und InDesign hat prompt mehrere Lösungsvorschläge parat. Hat man das richtige »resistent« gefunden, reicht ein Klick und das Wort wird ausgetauscht.
Eine umfangreiche Rechtschreibprüfung ist somit nicht nötig. Das kann nämlich Zeit und Nerven kosten, da InDesign viele Wörter gar nicht kennt und somit für das Programm fehlerhaft sind.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Brüche
Bei einer Umfrage an alle TYPOLUTION-Leser wurde der Typo-Kurs InDesign zu einer der beliebtesten Rubriken gewählt. Fast 50 Prozent aller Blog-Besucher wünschten sich eine Fortsetzung des Kurses. Ergebnis: Es warten erneut sieben Teile auf die Erscheinung – beginnend mit der Brucherstellung:
In einem Schriftsatz gibt es oftmals Standardbrüche wie 1/2, 1/4 oder 2/3. Benötigt man jedoch im Satz weitaus mehr Brüche, so ist ein feinfühliges Händchen gefragt. Wie bereits schon einmal berichtet, müssen Brüche mit typografischer Sorgfalt gesetzt werden. Der Schrägstrich hat zum Beispiel bei einem Bruch nichts zu suchen. In gut ausgebauten Schriftsätzen gibt es im Zeichenvorrat einen passenden Bruchstrich. Dieser ist viel schräger und neigt sich mehr zur Schriftlinie hin. Somit ist es möglich, passende Brüche zu den Standardbrüchen 1/2 etc. zu setzen.
InDesign ermöglicht zwei Varianten zum Bruchbau: Entweder manuell über die Glyphentabelle oder über die OpenType-Funktion »Brüche«
Brüche im manuellen Satz erstellen.

[1] Man ruft in InDesign die Glyphentabelle auf und sucht sich den Bruchstrich. Mit einem Doppelklick befördert man das Zeichen in den jeweiligen Textrahmen.

[2] Für den Satz von Brüchen halten gut ausgebaute Schriften einen Satz für Zähler und Nenner bereit. Die Strichstärken der einzelnen Ziffern sind harmonisch zur restlichen Schrift. Bei einer prozentualen Negativ-Skalierung wären die Stärken der Ziffern viel zu dünn.
Brüche mit der OpenType-Funktion.
InDesign stellt für das Erstellen von Brüche eine Hilfestellung.
[1] Dazu tippt man ganz gemütlich einen Bruch in einfacher Form (Beispiel: 5/8).
[2] Danach markiert man den grob gesetzten Bruch. Darauffolgend befielt man der Markierung über die OpenType-Funktion, dass der Satz zu einem Bruch umgewandelt werden soll. Diese Funktion erreicht man entweder über die Steuerungsleiste oder über die Zeichen-Palette.
[3] Besitzt der OpenType-Font die jeweilige Unterstützung, so wird ein perfektes Ergebnis abgeliefert. Der Bruch bleibt übrigens editierbar.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Schrift-Effekte
Mit Objekten lassen sich mittels InDesign jede Menge Effekte erzielen. Mit Schrift jedoch auch. Zwar ist die Handhabung etwas anders wie das gewohnte Arbeiten mit Objekten – doch immerhin lassen sich Schrifteffekte auch in InDesign erstellen und bleiben somit editierbar. Ein Vektorisieren der Schrift ist für die folgend genanannte Anwedung der Effekte nicht nötig.
Schrift mit Kontur.
Um einer Schrift eine Kontur zu verleihen, ist es nicht nötig, den Text in Pfade umzuwandeln. Es reicht völlig aus, den gewünschten Text zu markieren und in der Farben-Palette in die Konturfarbe zu klicken um eine entsprechende Farbe zuzuweisen. Somit ist schon der erste Schritt getan. Nachdem die Schrift nun eine Kontur besitzt ist diese über die Kontur-Palette veränderbar. Im Gegensatz zu den Objekten ist jedoch die Gestaltung auf Strichstärke, Ausrichtung und Eckendesign beschränkt.
Schrift mit Farbverlauf.
Möchte man der Typo einen Farbverlauf verpassen, so funktioniert es ähnlich wie bei der Konturentypo: Man markiert den Textbereich und weist über die Verlauf-Palette den Verlauf zu. Die Verlaufsoptionen lassen sich uneingeschränkt nutzen: Winkel, Verlaufstyp (radial, linear) und Position des Farbwechsels lassen sich definieren. Praktisch: Der Text bleibt wieder editierbar.
Schrift mit weicher Verlaufskante.
Möchte man einer Schrift einen transparenten Verlauf vergeben, so ist es über die Funktion »Weiche Verlaufskante« – direkt über die Toolleiste erreichbar – möglich. Nur noch die Schrift markieren und den Radius festlegen – fertig!
Schrift mit Schatten.
Möchte man editierbarer Schrift einen Schatten zuweisen, so funktioniert das nur über den Textrahmen. Das bedeutet: Textrahmen markieren und die Funktion »Schlagschatten« unter »Effekte« zuweisen. Damit InDesign den Schlagschatten der Schrift zuordnen kann muss der Textrahmen transparent bleiben. Sobald der Textrahmen eine Farbe erhält, wird der Schatten auf den Rahmen transferiert.
Weitere Schrifteffekte via »Effekte«-Funktion.
Natürlich bietet InDesign viele weitere Effekte. Hier wurden nur diejenigen beschrieben, die von InDesign nicht als offentsichtlich platziert sind. Effekte sind im Menü »Objekt > Effekte« erreichbar.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Einstellungen
Korrekte bzw. hilfreiche Voreinstellungen können für die Arbeit sehr hilfreich sein. InDesign hat nicht in allen Bereichen die perfekte Grundeinstellungen gesetzt. Sowohl das Farbmanagement als auch die generellen Voreinstellungen sind nicht auf die deutsche typografische Bedürfnisse eingerichtet. Im Programm-Menü findet man unter dem Menüpunkt »Voreinstellungen« jede Menge Optionen, die nur darauf warten angepasst zu werden. In diesem Kurs gehen wir – ganz nach der TYPOLUTION-Philosophie – nur auf die typografischen Aspekte ein.
Bereich: Eingabe
[1] Typografische Anführungszeichen verwenden: Beim Aktivieren dieser Funktion kann Texteschreiben die Taste Umschalt+2 getippt werden. InDesign wendet automatisch die Typo-Einstellungen im Menüpunkt »Wörterbuch« an. Sind dort die Guillemets eingestellt, so werden die trotz des Tippens von Umschalt+2 korrekt angewendet. Man muss sich somit die speziellen Anführungs-Shortcuts nicht mehr merken. Diese Funktion bezieht sich jedoch nur auf das Tippen von Text. Bereits bestehender Text wird mit dieser Funktion nicht konvertiert.
[2] Zeilenabstand auf ganze Absätze anwenden: Dieses Häckchen ist standardmäßig deaktiviert. Jedoch kann diese Funktion erschwerende Folgen haben. Ist die Funktion deaktiviert, so wird der neu eingegebene Zeilenabstand nur in der Zeile angewendet, in der sich der Cursor befindet. Jedoch ist es (fast) immer gewünscht, dass der komplette Absatz denselben Zeilenabstand besitzt. (Optisch anzugleichende Headlines sind natürlich von dieser Aussage ausgeschlossen.) Aktiviert man diese Position, so kann bedenkenlos der Zeilenabstand verändert werden.
[3] Textbearbeitung durch Ziehen und Ablegen: Was standardmäßig für den Textmodus aktiviert ist, lässt InDesign jedoch für die Layoutansicht ausgeschaltet. Möchte man nämlich markierten Text mit dem Mauszeiger verschieben, so ist dies erst möglich, wenn in InDesign das Häckchen für die Layoutansicht aktiviert ist.
Bereich: Erweiterte Eingabe
[4] Zeicheneinstellungen: Diese Einstellungen beziehen sich auf die Größe und Position von hoch- und tiefgestellten Ziffern/Zeichen, sowie die Größe von elektronisch berechneten Kapitälchen. Bei Kapitälchen wird bei Gestaltern gerne der Wert von 100% eingestellt. Das bedeutet, dass InDesign keine künstlich erzeugten Kapitälchen erstellt, wenn die Funktion im Layoutmodus betätigt wird. Somit lässt sich verhindern, das falsch erzeugte SmallCaps zum Einsatz kommen.
Bereich: Satz
[5] Ersetzte Schriftarten: Werden Schriftarten von InDesign durch andere ersetzt, so werden diese in der Layoutansicht markiert/gekennzeichnet.
[6] Ersetzte Glyphen: Können Glyphen oder Sonderzeichen nicht angezeigt werden, so wird dies ebenso hilfreich von InDesign ersichtlich gemacht.
Bereich: Wörterbuch
[7] Sprache: Das richtige Wörterbuch ist entscheidend für die Silbentrennung. Erst bei korrekter Wahl des Wörterbuchs kann man sich auf die Trennausnahmen von InDesign – mit Ausnahmen – verlassen.
[8] Doppelte/Einfache Anführungszeichen: Hier können die gewünschten An- und Abführungen festgelegt werden. Ist dies getätigt, so kann auch die Funktion [1] problemlos genutzt werden.
[9] Bei Änderungen alle Textabschnitte neu umbrechen: Ist diese Funktion aktiviert, so umbricht der Text nach den hier eingestellten Angaben neu. Was vor dem Umbruch praktisch sein kann, ist jedoch nach dem Umbrechen stark risikobehaftet.
Platzhaltertext
In der Menüleiste »Schrift« ist die Funktion »Mit Platzhaltertext füllen« versteckt. Hat man noch kein realen Text fürs Layout vorliegen, so kann dieser Bereich mit Blindtext gefüllt werden. Standardmäßig wird bei InDesign das populäre »Lorem Ipsum« platziert. Jedoch kann man auch seinen ganz eigenen Blindtext einfügen lassen. Dazu öffnet man ein Textprogramm wie Notepad oder TextEdit. Hier kann der neue Text eingeflossen werden. Wichtig: Nach dem letzten Satzende-Zeichen muss noch ein Leerzeichen gesetzt werden, da sich der Text fortlaufend wiederholt. Dieses Dokument sollte dann als reiner/unformatierter Text im .txt-Format unter den Namen »platzhalter.txt« gesichert werden. Die Datei muss anschließend in den Programmordner von InDesign abgelegt werden. Nach einem Neustart von InDesign ist der neue Blindtext schon verfügbar.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Textrahmen
InDesign bietet für das Platzieren von Text auf einer Seite die Textrahmen-Funktion. Sie lässt den Rahmen mittels x-/y-Wert exakt auf der Seite positionieren. Innerhalb des Textrahmens lässt InDesign jedoch zusätzlich die Anordnung von Text in verschiedenen Positionen zu.
Standardmäßig positioniert InDesign den Text an der Oberlänge. Diese Aussage ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Denn wie wir wissen, ist jede Schrift individuell: sei es Größe, Kerning etc. – Ebenso die Ausrichtung und Größe des Buchstabenfleisches. Betrachtet man die beiden unterschiedlichen Schriften im Beispiel, so erkennt man die unterschiedliche Anordnung innerhalb des Textrahmens.
Platzierung innerhalb des Textrahmens.
Die Textplatzierung kann mit der Funktion »Textrahmenoptionen« geändert werden. Das kann sowohl aus technischen oder praktischen Gründen sehr praktisch sein. Klickt man in das Kontextmenü des Textrahmens, so kann die Option aufgerufen werden. Im Reiter »Grundlinienoptionen« kann der Versatz in Großbuchstabenhöhe, Zeilenabstand und x-Höhe geändert werden. Zudem kann ein fester Wert festgelegt werden.
Trick: Ausrichtung zum einfachen Layouten.
Die Ausrichtung des Textes im Textrahmen kann auch sinnvoll für den Aufbau im Layout genutzt werden. So kann das Wort Tipp für den Tipp-Kasten mittels Optionen in die richtige Position gesetzt werden, ohne das zusätzlich ein Textrahmen aufgezogen werden muss. Das erleichtert die Arbeit und schließt Fehlerquellen aus. Dieses Beispiel ist sicherlich auf viele weitere Layoutobjekte anwendbar.

Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: OpenType
Mit dem Format OpenType – das die »reinen« PostScript-Schriften vom Markt drängte – können in Schriften ein hoher Zeichenvorrat hinterlegt werden. Statt 256 Zeichen sind mit OpenType mehr als 16000 Plätze möglich.
Jedoch vergisst man oft bei der alltäglichen Arbeit die vielen Zusatzfunktionen, die sich mit den OpenType-Funktionen umsetzen lassen. InDesign kann jedoch hierfür doch so hilfreich sein. Es ordnet mit der Funktionsliste alle enthaltenen Zeichen. Anstatt selbst in der Glyphen-Tabelle nach den passenden Zeichen zu suchen, übernimmt InDesign die Arbeit.
Über das Zeichenpaletten-Kontextmenü gelangt man in der Rubrik »OpenType« zu den jeweiligen Funktionen. Hier kann man die meisten Funktionen nutzen, sofern sie in der Schrift vorhanden sind. Manche OpenType-Schriften nutzen teilweise nur das Format, jedoch nicht den Zeichenvorrat bzw. die Funktionen.
Bedingte Ligaturen
Mit den bedingten Ligaturen ermöglichen manche Schriften noch mehr Ligaturvarianten als die konventionellen. So wird zum Beispiel ein »ct« oder »st« zur Ligatur. Die Funktion gibt es jedoch nur selten bei Schriften.
Brüche
Benötigt man komplexere oder mehr Brüche, als die vorgegeben bzw. vorhandenen im Zeichensatz, so bietet die Bruch-Funktion eine optimale Lösung. Man tippt zum Beispiel einfach »10/24«, markiert den Bereich und weist die OpenType-Funktion zu. Sofort generiert InDesign mittels Nenner- und Zählerziffern eine korrekte Bruchzeichenoptik. Sogar der Schrägstrich wird in ein Bruchstrich umgewandelt. Nachträglich lassen sich die Ziffern noch bearbeiten, da sie ja aus einer ganz normalen Zeichenfolge bestehen.
Ordinalzeichen
Ordinalzeichen sind Buchstaben, die hochgestellt in Kombination mit Ziffern oder Platzhaltern zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel beim englischen »1st«, »2nd« oder »3rd«. Zudem kann es für die spanischen Sekundenanzeigen verwendet werden.
Schwungschrift
Nur selten kommt diese Funktion zum Einsatz, denn nur wenige Schriften bieten diesen Zeichenvorrat. Mit der Schwungschrift-Option wird eine Kursivschrift mit Schwunglettern bestückt. In diesem Beispiel wird das mit einem zusätzlichen Schwung versehen.
Kapitälchen
Aus XPress-Zeiten kennt man noch die elektronische Kapitälchen-Funktion. Seit OpenType sollte dies jedoch zur Vergangenheit gehören, da OT-Schriften eigene korrekte Kapitälchen besitzen.
Null mit Schrägstrich
Ebenso nur in wenigen Schriften enthalten: die Null mit einem Schrägstrich. Ideal ist diese Funktion, falls sich das Versal-O und die Null zu ähnlich sehen sollten. Auch im kaufmännischen Bereich kann diese Formatierung sehr hilfreich sein.
Hoch- und tiefgestellt
Allseits bewährt: hoch- und tiefgestellte Ziffern über OpenType. Das Programm muss seit OT diese Ziffern nicht mehr selbst skalieren, sondern entnimmt die passende Ziffern aus dem Unicode-Zeichensatz selbst. Somit besitzen die kleineren Ziffern eine harmonische Schriftstärke und fügen sich ideal zu den »normal-getippten« Texten. Falls eine Schrift diese Funktion nicht besitzt, bleibt nur noch die Möglichkeit der elektronischen Berechnung von InDesign. Hierzu sollte in den Voreinstellungen entsprechende Vorgaben getätigt werden.
Ziffern
Nebst den Standardziffern einer Schrift (entweder sind dies Mediävel- oder Normalziffern) stellt OpenType oft noch viele Alternativen zur Verfügung, sofern es die Schrift zulässt. So kann man zusätzlich Tabellenziffern in Normal- oder Mediävelform zuweisen. Das bedeutet, dass die Ziffern harmonisch untereinanderstehen und sich somit besonders in Tabellen oder Rechnungen platzieren lassen. Damit schmale serifenlose Ziffern – wie die »1«, an Breite gewinnen, werden sie oft mit einer zusätzlichen Serife bestückt.
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Typo-Kurs InDesign: Initialen
Initialen sind seit dem DTP irgendwie aus der Mode gekommen. Aber wieso? Aus gestalterischen Gründen, oder aus typografischen? Dabei sind Initialen über Layout- und Designprogramm so leicht zu setzen wie nie zuvor. Was damals im Blei- und Litosatz ein großer Aufwand war, ist heute nur noch ein Klick entfernt. Dieser einzige Klick ist aber aus typografischer Sicht ein kleines Problem. Grund: Man bestimmt nur die Zeilenhöhe des Initials – sonst nichts. InDesign fragt weder nach Kerning, Abstand zum Fließtext, dem Umfließen oder den Randausgleich zum unteren Textblock.
Um die etwas funktionslose Initial-Option in InDesign typografisch ansprechend zu setzen, muss manuell eingegriffen werden. Und das von Initial zu Initial – und von Schriftart zu Schriftart.
Die Rohfassung.
Weist man in InDesign die Initial-Funktion zu, so baut InDesign diesen Anfangsbuchstaben nach rein technischen Voraussetzungen auf. Zum linken Textblockrand steht der Buchstbabe mit seiner Außenkante und zum linken Textblock steht er ebenso direkt neben dem Text. Serifen oder Buchstabenaußenkanten schließen direkt an den Text an. Das sind die beiden besagten Probleme beim Einsetzen eines Initials. Nur die Unterkante, die auf Schriftlinie sitzt, ist kein Sorgenkind. Hier die zwei Lösungen für das Optimieren des Initials in InDesign.
Das Kerning zum Textblock.
Um mehr Platz zwischen Initial und linksstehendem Text zu schaffen, muss die Laufweite erhöht werden. Dazu markiert man das Initial in InDesign und trifft mit der Laufweiten-Einstellung einen angemessenen Wert. In diesem Beispiel ist der Wert ein 30/1000 Geviert. Nun ist der Abstand zwischen Initial und Fließtext harmonischer als zuvor.
Der Randausgleich.
Steht ein Initial rein technisch direkt an der Textrahmenkante, dann wirkt es so, als würde das Initial zu weit im Textfeld stehen. Hierzu kann man das Initial auf der rechten Seite aus den Textrahmen herausschieben. InDesign gibt hier leider keine einfache Lösung vor. Nur ein kleiner Trick schafft hier Abhilfe. Dazu gibt man bei der Buchstabenanzahl des Initials 2 Zeichen an. Nun packt sich InDesign den ersten und zweiten Buchstaben im Text. Für unseren Trick muss jedoch vor dem gewünschten Initial ein Leerzeichen gesetzt werden. Mit diesem gesetzten Leerzeichen kann man nun die die Position des Initials bestimmen, indem man das Leerzeichen markiert und mit der Laufweiten-Einstellung »spielt«. In diesem Beispiel wurde die Laufweite mit dem Wert -250/1000 Geviert unterschnitten.

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Typo-Kurs InDesign: Blocksatz
Flattersatz bzw. Rausatz ist die Standardlösung für die Ausrichtung des Textes innerhalb eines Absatzes. Möchte man jedoch die blockartige Anordnung für den Text wählen, so greift man zum Blocksatz. Jedoch verlangt die Nutzung des Blocksatzes an typografisches Feingefühl. Dieses Feingefühl muss dem Programm jedoch erst einmal verklickert werden. Oft scheitern Hobbygestalter oder auch erfahrene Grafiker an den Hürden des Programms. Zu versteckt oder unvermittelt werden die Funktionen in unterschiedliche Ecken des Programms verfrachtet. Man denke nur an »Word«: Hier ist die automatische Silbentrennung standardmäßig deaktiviert. Das verursacht im Blocksatz enorm große Wortzwischenräume. Damit solche oder ähnliche Szenarien nicht passieren, befassen wir uns im zweiten Teil des Kurses mit den Einstellungen in InDesign.
Silbentrennung
Was beim Flattersatz wichtig ist, ist beim Blocksatz von großer Bedeutung: die Silbentrennung. Nach dem markieren des Absatzes lässt sich im Kontextmenü des Fensters bzw. der Palette namens »Absatz« die Funktion der »Silbentrennung« aufrufen. Hier lassen sich alle Einstellungen diesbezüglich vornehmen. Ist die Funktion noch gar nicht aktiviert, so sollte dies hiermit getätigt werden.
Die Größe des zu trennenden Wortes und die Trennung der Vor- und Nachsilbe, sowie die maximale Anzahl der aufeinanderfolgenden Trennungen lassen sich hier festlegen. Generell sollte das zu trennende Wort nicht kleiner als 5 Buchstaben sein. Schöne Trennungen erhält man auch mit jeweils 3 Buchstaben in der Vor- und Nachsilbe – wobei in der Praxis bei der Vorsilbe 2 Buchstaben realistischer sind.
Drei Trennstriche in Folge stören den Lesefluss nicht. Geht man jedoch darüber hinaus könnte es sowohl optisch als auch beim Lesen unangenehm werden.
Zusätzlich lässt »InDesign« die Option offen, ob großgeschriebene Wörter oder das letzte Wort im Absatz getrennt werden soll. Beides ist zu empfehlen, da man sonst garantiert mit einem löchrigen Satz konfrontiert wird. Zudem ist es möglich die Silbentrennung über Spalten hinweg zu deaktivieren. Das kann zum Beispiel beim Seitenwechsel sehr komfortabel sein. Jedoch sollte auch diese Funktion aktiviert sein, und die unterdrückte Trennung manuell vorgenommen werden. Ein zusätzlicher Regler gibt an, ob entweder eher Abstände optimiert oder weniger Trennstriche eingesetzt werden sollen. Mein Tipp: die goldene Mitte.
Wörterbuch
Damit auch die Silbentrennung-Einstellungen auf das korrekte Wörterbuch zugreifen können, sollte unter den Voreinstellungen in der Rubrik »Wörterbuch« die korrekte Sprache eingestellt werden.
Zusätzlich muss auch in der Palette bzw. im Fenster »Zeichen« die identische Spracheinstellung zugewiesen sein. Erst jetzt kann die Silbentrennung im gewünschten Sprachraum funktionieren.
Abstände
Im Kontextmenü der Palette »Absatz« lassen sich nun die Einstellungen der »Abstände« vornehmen. Im gleichnamigen Menü lassen sich alle minimalen, optimalen und maximalen Werte eingeben. Das bedeutet in diesem Beispiel (siehe Screenshot) beim Wortabstand: der minimal eingesetzte Wortabstand besitzt die Größe von 80 % des Leerzeichens. Optimal wird die Größe des Leerzeichens eingesetzt. Der maximale Wert soll bei 130 % eines Leerzeichens liegen, sofern dies technisch möglich ist. Der optimale Wert kann bei zu häufigem Vorkommen von Löchern im Satz auch auf 98 % (oder niedriger) heruntergestuft werden. Dasselbe lässt sich für den Zeichenabstand und für die Skalierung der Buchtstaben einstellen. InDesign greift bei der Berechnung des Blocksatzes auf diese Werte zurück und bekommt somit den Spielraum zur Verfügung gestellt.
Sollte es vorkommen, dass nur ein Wort in der Zeile steht, so muss auch für diesen Sonderfall eine Einstellung getroffen werden. Das Wort kann entweder links- oder rechtsbündig und alternativ gesperrt im Blocksatz platziert werden. Keines der Optionen ist für einen schönen Satz akzeptabel. Dieser Sondefall sollte möglichst durch den manuellen Zeilenumbruch verhindert werden.
Manuelle Optimierungen
Sollte »InDesign« nach all den angepassten Einstellungen auf den jeweiligen Blocksatz immer noch nicht zufriedenstellend arbeiten, können noch manuelle Schönheitskorrekturen vorgenommen werden. Das wären zum Beispiel das Ändern des Kernings oder des Wortzwischenraums, um weitere Wörter oder Silben in die Zeile zu pressen. Oder die manuelle Trennangaben, um für InDesign-unbekannte Wörter selbst zu trennen. Hier gibt das typografische Wissen den minimalen und maximalen Wert vor.
Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:
Typo-Kurs InDesign: Leerräume
Typografische Kenntnisse besitzen viele Besucher dieses Blogs – keine Frage. Doch diese auch korrekt und einfach in der Praxis einzusetzen erschwert einem doch öfters mal den Alltag. Oft lässt es das Budget oder der Zeitdruck nicht zu, sich um typografische Details in Layouts oder Designs zu kümmern. Manchmal erscheint der Aufwand einfach viel zu groß. Doch InDesign hilft Typografen oder typointeressierte Designer mit vielen Tools und Funktionen, die eigenen Kenntnisse und Typo-Vorlieben einfach und schnell umzusetzen. Jeder Leser ist dazu angeregt ab sofort seine Sorgen mit seinem DTP-Programm mitzuteilen. Damit sind natürlich auch alle anderen professionellen Programme wie Illustrator, Photoshop und XPress inbegriffen.
Im ersten Teil zum »Typo-Kurs InDesign« geht es über Leerräume. InDesign bietet viele vordefinierte Leerräume, die leicht über das Menü »Schrift > Leerraum einfügen« zu erreichen ist – anders wie in diversen Konkurrenzprogrammen, bei denen man hierzu erst einmal das Handbuch wälzen müsste, um solche Funktionen nutzen zu können.
Die Leerräume Geviert und Halbgeviert.
Diese Bezeichnungen stammen noch aus dem Bleisatz. Geviert ist die Formbreite der Schriftgröße (Beispiel: Bei der Schriftgröße 10 pt ist das Geviert 10 pt breit). Ein Halbgeviert entspricht somit der Hälfte. Möchte man größere Räume schaffen, so kann das Geviert oder Halbgeviert anstatt vieler Leerzeichen gesetzt werden. Ein Halbgeviert eignet sich zum Beispiel bei Aufzählungspunkten: Bei einem Spiegelstrich oder fettem mittelstehenden Punkt wäre ein einziges Leerzeichen oft zu eng. Mit einem Halbgeviert kommt man einem doppelten Leerzeichen ziemlich nah. Das verhindert zu einem Fehlerquellen (nur ein Leerzeichen, statt zwei) und zu anderem kann immer noch bequem über die Suchen-Funktion nach doppelten Leerzeichen im Satz gesucht und ersetzt werden (diese gehören nämlich nicht in den Fließtext).
Die beiden geschützten Leerzeichen.
Ein geschütztes Leerzeichen in InDesign koppelt 2 Wörter oder Zeichen unsichtbar aneinander. Dies bedeutet zum Beispiel: Wird zwischen den beiden Wörtern »Max Mustermann« ein geschütztes Leerzeichen gesetzt, so werden diese Wörter beim Zeilenumbruch nicht getrennt. Passt das Wort »Mustermann« also nicht mehr in die Zeile, so rutscht »Max« in derselben Zeile nach. Die Breite richtet sich nach den angegeben Abständen in InDesign. Beim Blocksatz werden somit die Leerzeichen zwischen den Wörtern – identisch der anderen in der Zeile – gleichgesetzt. InDesign bietet auch das geschützte Leerzeichen mit fester Breite an. Hier wird die Größe eines Leerzeichens herangezogen und sogar im Blocksatz konsequent durchgesetzt.
1/24, 1/6, 1/8, 1/4 und 1/3.
Was sich erst nach Mengenangaben anhören mag, sind jedoch die Größenanteile eines Gevierts. Ein 1/24-Geviert ist somit ein Teil von 24 Teilen des Gevierts. Dieses Zeichen lässt sich zum Beispiel ideal für zu stark aneinanderliegenden Buchstaben verwenden. Somit muss nicht beschwerlich ein Kerningwert für Buchstabenpaare manuell eingegeben werden, sondern kann über die Suchen-Funktion gesucht und automatisch ersetzt werden. Einfach das Zeichenpaar getrennt vom 1/24-Geviert-Zeichen in das Suchfeld platzieren. Dasselbe gilt auch für %-Werte oder das wohl bekannteste Kürzel »z.B.« Mit der Suchfunktion im kompletten Werk nach der Kombination »z.B.« suchen lassen und durch ein Achtelgeviert trennen. Ein Achtelgeviert eignet sich perfekt für solche Zeichentrennungen. Dazu gehören, wie eben erwähnt, auch das %-Zeichen oder die Kombination Ziffer und Grad-Zeichen. Gerade durch den einfachen Tastenkürzelgriff oder die Suchen-Ändern-Funktion, sind die vorgegebenen Werte von InDesign ideal. Das erspart das manuelle Kerning-Wert-ändern. Für Unterschneidungen gibt es leider noch keine entsprechende Negativ-Leerraum-Funktion.
Die Restlichen: Interpunktions-, Ziffern- und Ausgleichsleerzeichen.
Nach all den Geviert- und Leerzeichenvarianten gibt es auch noch drei weitere nützliche Leerräume. Wie es die Namen schon sagen, sind die Interpunktions- und Ziffernleerzeichen so groß wie eine Interpunktion oder Ziffer. Bei Ziffern ist dies zum Beispiel praktisch, falls man schnell Ziffern untereinander setzen möchte. Das Interpunktionsleerzeichen richtet sich nach der Breite eines Punktes oder Ausrufezeichens in der Schrift.
Ein Ausgleichsleerzeichen kommt erst beim Blocksatz zum Einsatz. Soll eine Ausgangszeile eines Absatzes im Blocksatz trotz weichen Zeilenumbruchs (Soft-Return) linksbündig bleiben, so kann in dieser Zeile das Ausgleichsleerzeichen gesetzt werden. Zudem kann es auch zum Befüllen von Leerzeichen in einer jeweiligen Blocksatz-Zeile genutzt werden.
Schneller Tastengriff.
Wem der Gang durchs Untermenü zu zeitintensiv ist, der nutzt die bereits vorgeschlagenen Tastenkürzel, die hinter der jeweiligen Leerraum-Funktion stehen, oder ergänzt die anderen durch weitere zusätzliche Kombinationen. Diese sind im Menü »Bearbeiten > Tastaturbefehle« zu editieren/erweitern.
Erfahrung einbringen.
Habt ihr Erfahrungen mit Leerräumen oder interessante Tricks? Dann kommentiert doch euer Wissen direkt an diesen Artikel. Wünsche zu Teil 2 sind ebenso erlaubt.



































