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Gewohnt – anders

Gewohnt – anders

Das Unternehmen Bionorica – das besonders durch die Arznei Sinupret bekannt ist – hat sich umgestaltet und wohl somit auch umorientiert.

Der Sommer ist da – der Schnupfen kommt. Sinupret – das Alltagsmittelchen gegen Entzündungen in den Nasennebenhöhlen ist der erste Griff zur Linderung. Doch der Arzneischrank gibt nichts mehr her. Also schnell zur Apotheke und sich Nachschub besorgen: »Einmal eine Packung Sinupret, bitte.« Ein Griff ins Regal, das mit Packungen gepflastert ist, paar Euro über die Ladentheke und der verdutzte Blick des Kunden – somit von mir. Irgendwie bekam ich etwas in die Hände, was keinerlei Wiedererkennung in mir auslöste. Ich versuchte es umgehend mit: »Ähmmmm, Entschuldigung, aber ich hätte gerne das originale Sinupret.« Mit einem verschmitztem Lächeln und einem Kopfschütteln der Apothekerin wollte sie mir erklären, dass das die einzigen sind, die sie da hätte. Na gut. Ich musste ihr meinen Glauben schenken und verlies misstrauisch den Laden. Vielleicht war es auch nur mein verkorkster Zustand, der mich glauben lies, das ich hier etwas völlig anderes bekommen hab.

Zuhause angekommen, lies es mir keine Ruhe und ich musste es recherchieren. Schließlich war ich schon immer Großkonsument von Sinupret und ich kannte das Zeug doch. Wieso auf einmal nicht mehr?

Die Recherche war erfolgreich. Tatsächlich gestaltete Bionorica die komplette Produktpalette neu. Und das ziemlich konsequent. Logo-Wechsel, Schrift-Wechsel, Visual-Wechsel und Farb-Wechsel. Nichts mehr blieb über, außer dem Namen selbst.

Sinupret war schon immer ein sehr pflanzliches Heilmittel und somit nie die typische Doktor-Arznei. Schließlich sollen Eisenkraut, Enzianwurzel und Holunderblüten gegen Entzündungen helfen. Bionorica entschied sich somit womöglich für die etwas homöopathischere Designvariante und setzte auf eine Umgestaltung.

Die alte Verpackung vor der Neugestaltung

Nach dem Redesign wirkt die Verpackung »pflanzlicher« und weniger aus der »bösen« Pharma-Industrie.

Im Vergleich: Das alte Design (oben) schmückte sich noch mit einem kühlen grün, einem Scientology-Logo und der Rotis. Das Logo war so passend unpassend und deplatziert eingesetzt. Die Anmutung der ganzen Verpackung schien schon fast »verschreibungspflichtig«. Die neue Verpackung (unten) hingegen setzt nun auf eine freundlichere Farbwahl einem Blatt-Symbol, Blindprägungen und einer »organischeren« Schrift namens Megano (FontFont).

Der neue Corporate Font: Megano.

Der neue Font Megano im Einsatz. Sogar der Beipackzettel wurde untypischer gestaltet.

Die komplette Neugestaltung des Produkts ist ein großer Schritt und so konsequent, das eine Wiedererkennung nur erschwert funktioniert. Der Schritt ist jedoch auch der sinnvollere. Wie erwähnt, war die Gestaltung zuvor einfach zu pharmazeutisch und weniger »natürlich«. Wenn man mit Wirkstoffen, wie Schlüsselblumenblüten arbeitet, sollte man das auch nach außen hin vermitteln. Eine gute Sache hat es auch gehabt: Seit dem Relaunch wurde mir tatsächlich erst bewusst, das Sinupret rein aus pflanzlichen Wirkstoffen besteht. Die Neuorientierung scheint zu funktionieren und dem Trend zu homöopathischen und pflanzlichen Heilmitteln zu entsprechen.

Kommentare & Meinungen

VIel, viel schöner. Gleich viel wirksamer meinen Augen. Aber bloß nicht draufbeißen! ;)

01
Olli
23.08.2012

Mir ging es genauso wie dir als ich das erste Mal die neue Packung in Händen hielt. Gelungenes Konzept!

02
Raphael
23.08.2012

ich weiss nicht. Ich mag die alte Verpackung lieber, was wohl hauptsächlich an meiner Abneigung gegen all zu geschwungene und abgerundete SansSerif-Schriftarten (die momentan gefühlt überall zum Einsatz kommen) liegen mag.

Interessant finde ich die Illustration auf der Verpackung, die für mich nicht wie die alte, mnit den roten linien, für “scharfen Durchzug” der Atemwege steht, sondern eine “angenehme Wirkung / Heilung” verspricht. Leider musste aber auch von einem plastischen Mann zu einem Bub gewechselt werden.

Im Ganzen würde ich dieses Produkt mittlerweile eher in einem Drogeriemarkt erwarten, als in einer Apotheke.

03
Chriss
01.10.2012

Aha, du hast also einen Arneischrank.

04
Roman
08.05.2013

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