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Jan Fromm

Jan Fromm

Jan Fromm ist gebürtiger Strausberger. Er studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Potsdam (Fachbereich Design). Mittlerweile ist er in Berlin sesshaft geworden, wo er als Kommunikationsdesigner Schriften und Designs entwirft. Zu seinen »großen Würfen« gehört unter anderem die Schrift CamingoDos.

Jan, Du hast bereits zwei Schriften unter deinem Namen veröffentlicht. Die Rooney und die CamingoDos.Wie fühlt es sich an, wenn Du deine eigene Schriften »in use« siehst?

Jan Fromm: Die eigenen Schriften in einer realen Anwendung zu begutachten ist natürlich toll, besonders, wenn ein guter Gestalter mit der Schrift ein schönes Design fabriziert hat. Bei der Gestaltung einer Schrift hat man ja ein bestimmtes Anwendungsgebiet vor Augen, oder zumindest bestimmte Anforderungen, die man in seiner Schrift erfüllt sehen möchte (Zum Beispiel eine gute Lesbarkeit in kleinen Textgrößen). Wenn man feststellt, dass die Schrift live so funktioniert, wie es beabsichtigt war, ist das eine tolle Erfahrung.

Schriften zu entwerfen ist ein seltener Wunsch von Designern. Die meisten streben nach großen Werbekampagnen. Wie hast du das Interesse an Schrift/Typedesign gefunden?

Jan Fromm: Ich komme aus einer bibliophilen Familie, mein Großvater und meine Mutter waren gelernte Schriftsetzer – deswegen war ich schon als Kind von vielen Büchern umgeben und habe viel gelesen. Während meines Studiums an der FH Potsdam habe ich die Typedesign-Kurse bei Luc(as) de Groot besucht, und wurde zu diesem Zeitpunkt nachhaltig vom Schrift-Bazillus infiziert. Das Schreiben und Zeichnen von Buchstaben hat mich sofort fasziniert und gefesselt, insbesondere die Tatsache, dass man trotz eines vorgegebenen Rasters unendlich viele Variationsmöglichkeiten hat.

Nicht nur zwei Typefaces hast du in deinem Portfolio, sondern auch Projekte von namhaften Unternehmen und Designern – darunter MyFonts, LucasFonts und Raureif. Für welch weitere Projekte kann man dich als Freelancer gewinnen?

Jan Fromm: Ich arbeite gerne an Projekten, bei denen Typografie im Mittelpunkt steht, sei es die Neuentwicklung einer Schrift im Auftrag eines Unternehmens, oder das Zeichnen eines Logos im Rahmen eines Corporate Designs. Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit der Gestaltung von Webseiten.

An deinen Projekten erkennt man dein Interesse an Webtechnologien. Da war es wohl selbstverständlich deine beiden Schriften Rooney und CamingoDos als Webfont zur Verfügung zu stellen. Wie wichtig ist für dich der Einsatz von Webfonts? Siehst Du hier selbst noch Hürden oder Probleme?

Jan Fromm: Ich finde es großartig, dass man heute die Möglichkeit hat, individuelle Schriften im Web zu benutzen, und zwar standardkonform und ohne umständliche Hacks oder technische Krücken. Hosting-Dienstleister wie z.B. Typekit nehmen einem die meiste Arbeit ab, so dass es eigentlich keinen Grund mehr gibt, keine Webfonts zu benutzen, zumal die wichtigen Browser allesamt mit Webfonts umgehen können. Wichtig ist dies vor allem für Unternehmen, die ihre Hausschrift jetzt auch im Web nutzen und damit ihr Corporate Design konsistent in allen Medien umsetzen können. Der Schriftgestalter muss sich natürlich noch darum kümmern, dass die Schriften durch sorgfältiges Hinting für den Einsatz am Bildschirm optimiert werden.

Dürfen »wir« uns in Zukunft schon auf etwas neues von Dir freuen? Was kannst Du uns verraten?

Jan Fromm: Derzeit arbeite ich an der RooneySans, also der serifenlosen Variante der Rooney. Ich hoffe, dass ich sie Anfang des nächsten Jahres veröffentlichen kann.

Kommentare & Meinungen

super Fonts, klasse Jan!

01
Melle
05.12.2011

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