ZweieiigeZwillinge-1

Zweieiige Zwillinge

Kennt ihr das Phänomen, dass man ein simples Logo sieht und gleich an ein anderes denken muss? So geht es mir, sobald ich die Werbung von fluege.de oder Linola sehe. Dabei ist die Art der Typo gar nicht so extrem ähnlich. Beide benutzen jedoch den selben Font: Eras. Das Reiseportal fluege.de vertraute dem Font und lies ihn fast unberührt. Linola hingegen stellte die leicht schräge Eras wieder gerade. Unterstützt wird die ganze Wirkung noch durch die Farbkombination. Kennt ihr ähnliche Fälle bezüglich Typografie, die so wirken als wären sie nach der »Geburt« getrennt worden?

 

4 Kommentare
FFL_32_MavenPro

Fonts für lau (32): Maven Pro

Maven Pro ist ein OpenType-Font von Vissol Ltd. in den Schnitten Regular, Medium, Bold und Black. Jeder Schnitt beinhaltet 523 Glyphen und ist kostenlos erhältlich.

 

2 Kommentare
id_typokurs_abstaende_head

Abstände

Mit »Abstände« meint InDesign weder exakt die Zeilenabstände (nur den »autom. Zeilenabstand) oder Abstände zwischen den Absätzen, sondern die Wort- und Zeichenabstände an sich. Dieser Verwaltungsbereich ist etwas unglücklich betitelt.

 

Die Abstände-Verwaltung bietet die Möglichkeit den minimalen, optimalen und maximalen Abstand zwischen Wort- und Zeichenabstand zu bestimmen. Für den Blocksatz sind alle drei Werte wichtig – für den links- oder rechtsbündigen Satz nur der optimale Wert. Der Grund hierfür ist, das InDesign bei der »Optimal«-Einstellung immer Einsatz findet. Dieser »Optimal«-Wert legt nämlich die Grundoptik fest. Möchte man generell weniger/mehr Raum zwischen Wort oder Zeichen, so kann dies hier bestimmt werden. Besitzt beispielsweise eine Schrift generell zu wenig Raum zwischen den Wörtern (bzw. ein schmales Leerzeichen), so kann hier der Wert von 100% auf beispielsweise 130% hochgeschraubt werden. Dasselbe gilt für den Zeichenabstand oder auch der Glyphenskalierung.

 

 

Der »Minimal«- und »Maximal«-Wert tritt jedoch nur beim Blocksatz in Einsatz. Hier benötigt InDesign nämlich Richtlinien inwieweit Abstände für einen idealen Blocksatz verändert werden dürfen. Hier sollte jedoch besonders vorsichtig bei »Zeichenabstand« und der »Glyphenskalierung« montiert werden, da durch Veränderungen dieser Einstellungen ziemlich schnell die Optik im Satz verändert werden kann und das eigentliche Satzbild an manche Stellen komisch erscheinen lässt – da schließlich nicht an Weißräume sondern an der Schrift selbst modifiziert wird.

 

 

 

 

Arbeitet man nicht mit »Absatzformaten« hat InDesign noch Platz für die Einstellungen des automatischen Zeilenabstands (sofern keiner explizit gewählt wurde), der Wortausrichtung bei Einzelwörtern im Blocksatz und der Setz-Art gefunden. Zum »Setzer« und dessen Unterschiede wird es im nächsten Typo-Kurs geben.

Kommentar schreiben
ffl_31_intro

Fonts für lau (31): Intro

Geometrisch, strukturiert und kostenlos. Der Free-Font Intro ist in zwei Varianten erhätlich: zu einem konventionell gewohnt und zum anderen mit einer Inline-Kontur versehen. Die fette Schrift kann dies auch ganz gut vertragen. Die Charakteristik des Fonts ist nicht unbedingt neu – aber gut interpretiert. Die Free-Font-Variante gibt es  kostenlos zum Download.

 

2 Kommentare
wayfinding-poster-1

Schrift für eine gute Orientierung: Wayfinding Sans Pro

Ralf Herrmann arbeitete über mehrere Jahre hinweg an seinem leidenschaftlichen Projekt: eine Schrift für Leit- und Orientierungssysteme. Seine ehrgeizige Arbeit und das lange Warten hat sich gelohnt. Der Font Wayfinding Sans Pro ist nun erhältlich.

 

Die Schrift ist sowohl als positiver und negativer Kontrast erhältlich. Was das bedeutet? Ralf Herrmann gab sich die Mühe und hat seine Schriftfamilie Wayfinding Sans Pro für zwei Kontraste entwickelt. Zu einem in positiver und negativer Darstellungsform. Für die Verwendung von weißer Schrift auf dunklem Grund, wäre die Negativ-Version zum Beispiel die beste Wahl.

 

Wayfinding Pro Sans gibt es nun zum Einführungspreis: beginnend mit dem Basispaket (Einzelkontrast) für 49,50 € statt 99 €. Die Komplettpakete sind ebenfalls vergünstigt für 125 € (Einzelkontrast) und 220 € (beide Kontraste) anstatt 250 € und 480 € zu ergattern. Wie lange die Aktion andauert ist unklar. Die Fontpakete sind auf fonts.info erhältlich.

Kommentar schreiben
sinnunsinn

Sinn oder Unsinn?

Sinn oder kein Sinn – Brauchbar oder unbrauchbar? Wann sind Elemente der Typografie hilfreich und manchmal auch nur nutzlos und unnötig? Oft ist man als Gestalter, Designer etc. festgefahren und macht Dinge die manchmal so gar kein Nutzen haben, aber aus Gewohnheit eben gemacht werden. Welche Erfahrung habt ihr damit? Erwischt ihr euch dabei ab und an selber oder fallen euch Dinge auf, die zwar schön zum Anschauen sind aber keinen Nutzen haben?

 

Seitenzahlen

Solange keine Querverweise, kein Inhaltsverzeichnis, Index oder Register besteht, machen Seitenzahlen auf Seiten eigentlich keinen Sinn, sofern sie nicht gestalterisch mit einbezogen werden. Besonders bei kleinen Broschüren (8-Seitern) oder Faltblättern sind Seitenzahlen eher nur zu Verschönerungszwecken da und dienen weniger zur Navigation durch das Werk. Wann machen Seitenzahlen Sinn, und wann keinen?

 

Inhaltsverzeichnis

Ist für einen 4- oder 8-Seiter wirklich ein Inhaltsverzeichnis nötig? Wann ist es von Nützen, wann nicht?

 

Adressen auf Anzeigen

Macht die Adresse von Unternehmen auf Anzeigen wirklich Sinn, sofern kein Shop oder Zugang für Kunden besteht? Wann ist für den Kunden die Adresse brauchbar? Oft sind Anzeigen viel zu sehr mit Text und Inhalten überladen und gar nicht mehr für den Leser erfassbar. Ist dann ein zusätzlicher Klumpen der Adresse hilfreicher als eine Webadresse je aussagen könnte? Wann reicht sie aus, wann nicht?

 

E-Mail-Adresse in E-Mail-Signaturen

Die Nennung der eigenen E-Mail-Adresse in der Signatur einer E-Mail ist keine Seltenheit. Doch ist dies logisch oder hilfreich für den weiteren Kontakt? Schließlich verwendet man die E-Mail-Adresse aktiv beim Versand und besitzt diese automatisch beim Empfang der E-Mail. Ist die reduzierte und kompakte Form besser als vielleicht die ausführliche mit erneuter Nennung der E-Mail-Adresse?

 

Nummerierungen

 

Ja, ich will. Zu einem die Musik hören, auf die ich mich freue, und auf das Hin- und Herspringen meiner Lieblingssongs auf der CD. Wer noch altmodisch Musik über Audio-CD hört, kennt sicherlich dieses Problem: Das Fehlen der Songnummer auf der Rückseite der CD-Hülle. Entweder man versucht sein Glück mit Klicken der Vor- und Rückwärtstaste oder man versucht die Songs durchzuzählen, was beim Autofahren (ich spreche aus eigener Erfahrung) böse ausgehen kann. Persönlich helfe ich mir mit Post-its weiter. Was geht an diesem Beispiel vor? Nutzen oder Optik?

6 Kommentare
id_typokurs_aufzaehlung_head

Aufzählung und Nummerierung

In InDesign hat man die Wahl zwischen zwei Listentypen: Aufzählungszeichen und Nummerierung. Diese Funktion lässt sich in der Absatz-Steuerungspalette oder im Untermenü der Absatz-Palette unter »Aufzählungszeichen und Nummerierung« aktivieren.

 

Aufzählungszeichen

Wählt man als Listentyp »Aufzählungszeichen« so kann hier ein Zeichen als Aufzählungspunkt gewählt werden. Leider lässt InDesign – im Gegensatz zur Nummerierung – nur eine Hierarchieebene zu.

 

 

Über »Hinzufügen« kann ein Symbol aus einer gewünschten Schrift über die Glyphentabelle ausgewählt werden.

 

 

Der Abstand nach dem Aufzählungszeichen kann entweder konventionell über einen Tabulator oder einem anderen beliebigen Abstand festgelegt werden. Wie das Zeichen formatiert werden soll, bestimmt das zugewiesene Zeichenformat. Nur an diesem Ort können Formatierungen wie Farbe usw. verändert werden.

 

Über die Positions-Einstellungen kann der Einzug sowie ein hängender Einzug bestimmt werden. Bestimmt man bei »Text danach« einen Tabulator (^t), so kann ein »hängender Einzug« beispielsweise bei 3 mm mit »Einzug links: 3 mm« und »Einzug erste Zeile –3« und einer »Tabulatorposition: 3mm« erstellt werden. Für die erste Zeile muss der Minuswert gewählt werden, da der Aufzählungspunkt am Zeilenanfang stehen soll. Wird jedoch die gesamte Aufzählung eingerückt, muss noch umgerechnet werden.

 

Nummerierung

 

Bei der Wahl des Listentyps »Zahlen«  können Nummerierungsformat, sowie die Zahlenkombination, Zeichenformat und der beginnenden Ziffer festgelegt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit mehrere Ebenen (Hierarchien) zu bestimmen. Auch hier sind besondere Formatierungen – wie Farbe usw. – nur über ein zugewiesenes Zeichenformat möglich. Dies macht das ganze etwas umständlich, jedoch auch einfacher zu verwalten, indem InDesign nicht nochmals Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.

 

Die Position für die Nummerierung funktioniert identisch mit den Einstellungen der Aufzählungszeichen.

Kommentar schreiben
mic32newrounded

Font-Schnäppchen: Mic 32 New Rounded

Wenig Budget und trotzdem das Verlangen nach einer guten Schriftfamilie? Die Mic 32 New Rounded von Chris Dickinson, herausgegeben von Moretype, beinhaltet 8 Schnitte: Light, Regular, Medium, Bold und jeweils Italic für insgesamt 130 € – das entspricht 16,25 € pro Schnitt.

 

Mic 32 New Rounded ist unter anderem zum Euro-Preis auf MyFonts.com erhältlich.

Kommentar schreiben
chiquita_01

Alles Banane?

Seit kurzer Zeit hält die Chiquita-Banane einen TV-Spot mit einer besonderen Typo für uns bereit. Mit ungewohnten Schreibweisen wie »2 x Länger Geniessen« anstatt »2 x länger genießen«, oder »Die 2 x LängerFrisch Banane« wurde ich etwas irritiert. Bei der »2 x LängerFrisch Banane« könnte man noch die Länger-frisch-Banane herauslesen. Aber »2 x Länger Geniessen«? Absicht oder Schlamperei? Oder einfach nur Banane – und macht nichts aus?

 

6 Kommentare
id_typokurs_silbentrennung

Silbentrennung

Ist die Silbentrennung nicht aktiviert, so muss ausschließlich manuell getrennt werden. Voraussetzung für eine gut funktionierende automatische Silbentrennung ist die Verwendung der korrekten Sprach- bzw. Wörterbucheinstellungen in InDesign. Je nach Sprache und Land bietet InDesign verschiedene Wörterbücher an, die entweder in den Voreinstellungen, in der Steuerungspalette (unter »Sprache«) oder in der Absatz-Palette (ebenfalls unter »Sprache) ausgewählt werden kann. InDesign arbeitet hier für jeden einzelnen Absatz unabhängig. Das bedeutet, dass mehrsprachige Layouts gut verwaltet werden können.

 

Aktivierung

Nach diesen Vorkehrungen kann nun die Silbentrennung, entweder im Aufklappmenü oder in der Absatz-Palette, aktiviert werden. Dies erfolgt ebenfalls wieder Absatzbedingt – somit können Überschriften ohne Silbentrennung verwendet werden, der Fließtext wiederum mit.

 

 

Falls nicht mit Absatzvorlagen gearbeitet wird, muss entweder jeder Absatz individuell aktiviert werden, oder man markiert vorerst alles oder arbeitet mit dem Pipettenwerkzeug.

 

Einstellungen

Eine Aktivierung der Silbentrennung allein reicht nicht aus. Um ein gute Silbentrennung zu erzielen müssen noch individuelle Einstellungen, die sich je nach Layout richten sollten, vorgenommen werden.

 

 

In den Einstellungen für die Silbentrennung wird festgelegt, ab welcher Wortlänge die Trennung aktiv werden soll. Bei engen Spalten macht eine Wortlänge von 5 Buchstaben Sinn. Möchte man keine kurze Vor-/Nachsilbentrennung, so sind mindestens 6 Buchstaben zu wählen. Die jeweilige kürzeste Vor- und Nachsilbe lässt sich ebenso in einer Buchstabenanzahl festlegen.

 

Die Auswahlmöglichkeit zu den »max. Trennstrichen« bedeutet die Trennstrichfolge der einzelnen Textzeilen. Wählt man 3 Trennstriche, so werden maximal 3 Trennungen in Folge von InDesign gesetzt. Harmonisch sind 3 Trennstriche, was sich jedoch bei engen Spalten fast bzw. oft nicht realisieren lässt. Beim Blocksatz können hier zu große Wortzwischenräumen im Satz entstehen. Dies lässt sich unter anderem nur durch die Erhöhung der maximalen Trennstriche in Folge vermeiden.

 

Oft werde ich nach der Bedeutung der »Trennbereich«-Einstellung gefragt. Diese Angabe ist vielleicht nicht selbsterklärend, jedoch wird sie es gleich sein. Der Trennbereich ist die Breite (in mm) am Zeilenende, in der getrennt werden darf. Diese Funktion funktioniert logischerweise nicht im Blocksatz. Ein Beispiel wäre bei der Angabe von »0 mm« dass hier InDesign den hinteren Part komplett ausnutzen muss. Bei einer Angabe von mehreren Millimetern erhält InDesign mehr Spielraum. Am Besten man aktiviert die »Vorschau« um das Ergebnis unmittelbar zu prüfen bzw. zu testen.

 

Zusätzlich bietet InDesign noch einen Entscheidungsregler an, indem das Programm eher zu »optimierte Abstände« oder »weniger Trennstriche« tendieren soll.

 

Um den Satz bzgl. die Trennungen noch zu perfektionieren, gibt es noch drei weitere Optionen die sich de- oder aktivieren lassen: Die Möglichkeit ob großgeschriebene Wörter getrennt werden sollen, ob das letzte Wort im Absatz von InDesign gekappt werden soll und ob eine Silbe über eine Spalte hinweg entstehen darf.

 

Manuelle Silbentrennung

Auch wenn die automatische Silbentrennung aktiviert ist, darf man natürlich immer noch selbst bestimmen, wann und an welcher Stelle getrennt werden soll. Um Herr über alle Trennungen zu werden sollte der »Ein-Zeilen-Setzer« (und nicht der »Absatz-Setzer«) voreingestellt sein.

 

Möchte man also eine Trennung verbessern oder selbst eine Trennung setzen so platziert man den Cursor an die gewünscht Stelle und trennt das Wort mit Umschalt+Cmd+Divis (Mac OS) oder Strg+Umschalt+Divis (Windows). Dieses Kürzel hat den Vorteil, falls wenn der Umbruch verschoben wird, auch die Trennung verschwindet. Ein manuell gesetztes Divis würde vielleicht vergessen und somit stehen bleiben.

 

 

Noch ein kleiner Tipp: Setzt man das Zeichen vor das Wort, so wird in vollen Zeilen das ganze Wort in eine Zeile gerückt.

 

Wörterbuch

Wer InDesign bezüglich Silbentrennung noch etwas beibringen möchte, der kann im »Wörterbuch« selbst Trennvorschläge hinzufügen. Diese kann man gezielt ins Dokument oder ins Benutzerwörterbuch speichern.

 

 

Einfach den Begriff mit Trennvorschlag eingeben und hinzufügen. Die Trennung erzeugt man mit der Angabe einer sogenannten Tilde. Eine Tilde ist die höchste Trennpriorität. Eine zweite Welle eher unwichtig, die dritte wird dann quasi nur als Notfalllösung von InDesign verwendet. Keine Trennung in dem jeweiligen Wort verbietet somit auch InDesign eine eigene Trennung zu erstellen. Praktischerweise lassen sich die Listen auch exportieren und in ein anderes Dokument importieren.

 

Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:

Teil 10: Umbruchoptionen

Teil 9: Schnelle Rechtschreibhilfe

Teil 8: Brüche

Teil 7: Schrift-Effekte

Teil 6: Einstellungen

Teil 5: Textrahmen

Teil 4: OpenType

Teil 3: Initialen

Teil 2: Blocksatz

Teil 1: Leerräume

Kommentar schreiben
fontsfuerlau_30

Fonts für lau (30)

Die Rubrik »Fonts für lau« feiert Jubiläum. Somit gibt es gleich jede Menge Fonts für 0 €. Losttype.com ist ein Projekt, auf dem mehrere Schriften von verschiedenen Designern vorgesellt werden. Der Besucher entscheidet darüber, wieviel man für den jeweiligen Font bezahlen möchte. Wem eine Schrift zum Beispiel übermäßig gefällt, kann im Download-Feld ein Preis bestimmt werden. Möchte man den Font umsonst erhalten, so tippt man 0 € in das Feld. Wer dem Designer eine Belohnung zustecken möchte, kann einen x-beliebigen Wert eingeben und darauffolgend über PayPal oder einer Kreditkarte abrechnen.

 

Hier ein paar Beispiele des großen Angebots von Losttype.com:

 

Geared

 

Designer: Ben Dalrymple

Schnitte: Light, Regular, Bold, Extra Bold (TrueType)

 

Lavanderia

 

Designer: James T. Edmondson

Schnitte: Delicate, Regular, Sturdy (OpenType)

 

Governor

 

Designer: Riley Cran

Schnitte: Regular (TrueType)

 

Franchise

 

Designer: Derek Weathersbee

Schnitte: Bold (TrueType)

Kommentar schreiben
ligaturen_01

Ligaturen

Ligaturen sind nicht nur schön, sondern auch funktional. Damit keine Leerräume oder Überschneidungen bei diversen Buchstabenpaare entstehen sind Ligaturen sehr praktisch und merzen das ein oder andere typografische Übel aus. Dazu später aber mehr.

 

Das Comeback der Ligaturen

Schon damals waren in der Handschrift und im Bleisatz die Ligaturen ein besonderes stilistisches und praktisches Mittel zur Verschönerung des Schriftbilds. Zwar werden heutzutage Ligaturen mittlerweile wieder verstärkt eingesetzt, jedoch entweder nicht korrekt (nach den Regeln der Ligaturen-Setzung) oder nur selten – aus Angst die besagten Regeln ungewollt zu brechen.

 

Ligaturen-Vielfalt

Das Wort »Ligatur« besitzt selbst kein Ligaturen-Paar – denn die typischen bzw. klassischen Ligaturen sind: »ff«, »fi«, »fl«, »ft« oder auch in der Großschreibung »AE« etc.

 

 

 

Je nach Schriftart und -schnitt sind unterschiedlich viele Ligaturen enthalten – im schlimmsten Falle auch gar keine. Wie stark Ligaturen so manches Schriftbild verschönern kann ist im folgenden Beispiel sichtbar:

 

 

Zusätzlich zu den »klassischen« Ligaturen gibt es auch die schmückende Ligaturen, die je nach Schriftart an Mengen von Ligaturvarianten enthalten kann:

 

 

Ligatur-Regeln

Oft werden Ligaturen nicht verwendet, da sich viele an die komplexe Regeln der Ligaturenverwendung nicht herantrauen. Doch so komplex sind die gar nicht. Der Satz von Ligaturen ist relativ einfach, sofern man ein paar grundlegende Regeln befolgt, die Sinn machen. Natürlich gibt es auch noch konsequentere Regeln, die aber sich jedoch mit Sonderfällen etc. beschäftigen.

 

Erste Grundregel: Zusammengesetzte Wörter

Bei zusammengesetzten Wörter wird keine Ligatur über die Verbindung hinweg gesetzt. Innerhalb des Wortes selbst darf wiederrum eine Ligatur verwendet werden (siehe Beispiel: Schifffahrt). Sinn dieser Regel ist, dass der Lesefluss nicht verfälscht wird. Denn durch das Zusammenrücken zweier Buchstaben wird die Wortkombination an einer unglücklichen Stelle verbunden und würde das Lesen erschweren.

 

 

Zweite Grundregel: Beugungsendungen, End- und Nachsilben

Zwischen Beugungsendungen (-te, -ten) und Endsilben (-lein, -lich, -los) und dem restlichen Wortteil werden ebenfalls keine Ligaturen gesetzt. Wiederum werden bei i-beginnenden Nachsilben (-ig, -in, -ich, -isch) eine Ligatur gesetzt.

 

 

 

Erste stilistische Regel: Automatische Ligaturen-Funktion kontrollieren

Vertraue keinem Satzprogramm mit automatischer Ligatur-Setzung. InDesign oder andere Satzprogramme sind nicht immer schlau genug, um Ligaturen korrekt zu setzen, wie folgendes Beispiel beweist. Denn »Hoflieferant« ist ein zusammengesetztes Wort und wird nicht mit einer Ligatur gesetzt. InDesign ist jedoch diese Wortkombination nicht bekannt und setzt automatisch eine Ligatur. Der Designer vertraute in diesem Falle dem Programm und somit war der Fehler schon in der Produktion. Halb so wild: das Unglück entstand nur auf einer 5-Meter-breiten Schaufensterbeschriftung.

 

 

Zweite stilistische Grundregel: Gesperrte Typo

Bei einem stark gesperrtem Satz würde eine Ligatur unschön aussehen – darum lässt man sie in diesem Falle auch verschwinden.

 

 

Weitere Ligaturen

Außer den genannten Ligaturen gibt es auch Ligaturen, die gar nicht mehr als solche erkannt werden. Da hätten wir zu einem das Eszett oder das kaufmännische Und-Zeichen (das für »et« und »Et« steht). Oder auch in Vergessenheit geratene Prozentzeichen – stehend für das Kürzel cto (Abkürzung des italienischen »cento« – zu deutsch: hundert). Die obere Null war ursprünglich das »c«, der Schrägstrich das »t« und die untenstehende Null das »o«.

 

3 Kommentare
id_typokurs_umbruchoptionen

Typo-Kurs InDesign: Umbruchoptionen

Die Umbruchoptionen steuern weitgehend den automatischen Umbruch und versuchen somit ein bestmögliches Ergebnis – was automatisch erreicht werden kann – auszugeben. Jedoch führt das Ergebnis selten zu einem befriedigendem Ergebnis. Die Funktion macht auch generell nur Sinn, wenn die Spaltenhöhe nicht exakt gleich bleiben muss.

 

Die Einstellungen zu den Umbruchoptionen sind entweder in der Steuerungspalette oder in der Absatz-Palette zu finden.

 

 

Die Option »Nicht von vorherigen trennen« [1] erzielt, dass die erste Zeile des aktuellen Absatzes nicht von der letzten Zeile des Absatzes zuvor getrennt wird. Mit Festlegung einer Zeilenmenge bei »Nicht trenen von nächsten XX Zeilen« [2] wird ein Absatz mit der bestimmten Zeilenmenge am Spalten- oder Kolumnenende geduldet. Das bedeutet: Legt man 2 Zeilen fest, so dürfen 2 Zeilen am Anfang eines Absatzes noch am Spalten- oder Kolumnenende stehen.

 

Mit »Zeilen nicht trennen« [3] kann man ein ähnliches Ergebnis erzielen – nur mit mehr Optionen.

 

Der »Absatzbeginn« [4] lässt sich hier im Menü ebenso festlegen. Man kann mit dem Absatzformat belegte Absätze an eine gewisse Position befördern. Richtet man zum Beispiel ein Absatzformat für eine Headline ein, die immer auf einer neuen Seite beginnen soll, so kann man den Absatzbeginn auf »Auf nächster Seite« festlegen. So gelangt die Headline immer auf eine neue Seite, ohne das ein Seitenabbruch eingefügt werden muss.

 

Weitere bereits erschienene Typo-Kurse für InDesign:

Teil 9: Schnelle Rechtschreibhilfe

Teil 8: Brüche

Teil 7: Schrifteffekte

Teil 6: Einstellungen

Teil 5: Textrahmen

Teil 4: OpenType

Teil 3: Initialen

Teil 2: Blocksatz

Teil 1: Leerräume

1 Kommentar
ffl_29_static_01

Fonts für lau (29): Static

Static ist eine kostenlose geometrische Schrift mit Monospace-Charakter. Entworfen wurde sie von Grafikdesigner Slava Kirilenko aus Kasachstan, der ebenso die bereits vorgestellte Archive zeichnete und zur Verfügung stellt. Hier nun ein weiteres Werk zum kostenlosen Download.

 

Kommentar schreiben
visitenkarten-typografie_main

Visitenkarten-Typografie

Manchmal zeitintensiver und aufwändiger als manch Kampagne oder Unternehmensbroschüre: die Visitenkarte. Beim Kunden heikel und mit oberster Priorität behandelt, werden die wenigen Quadratmillimeter zur harten Arbeit vieler Grafiker. Dabei sollten die kleinen Kärtchen gar nicht so viele Sorgen machen.

 

Hier aber ein paar Tipps, was man bei der Typografie auf Visitenkarten beachten sollte, und wie man diese entschlackt:

 

Normen, die überdacht werden sollten

Mit so manchen Normen erschweren wir uns den Alltag und auch die Arbeit beim Gestalten. Normen machen nicht unbedingt etwas schöner, sondern grenzen in den Freiheiten des Designs oft ein.

 

 

 

Der neueste Trend sind Internationalisierungen von Nummern und Adressen. Die +49 vor jeder Vorwahl ist mittlerweile fast nicht mehr wegzudenken. Doch hilft sie dem Kunden bzw. dem Gegenüber? Meistens nicht. Sie verwirrt eigentlich nur und bringt mit dem Weglassen der ersten Null bei Vorwahlen oder der Klammern der ersten Null viele zum Wahlchaos. Doch wieso diese Verwirrung stiften? Die +49 ist die Ländervorwahl für Deutschland. Sie hilft dabei, dass Kunden aus dem Ausland auch richtig in Deutschland ankommen. Doch wann macht es Sinn? Für Unternehmen die international tätig sind ist dieser Zusatz absolut berechtigt. Für ausschließlich national tätige Unternehmen oder die es voraussichtlich bleiben, sollte auf die +49 verzichtet werden. Nur weil es eine Norm ist, wird sie noch lange nicht zur Pflicht. Dasselbe gilt für den Zusatz »D« vor der Postleitzahl, sowie der Zusatz »Germany« oder »Deutschland«.

 

 

Größeres Streitthema – auch unter den Designer und Typografen selbst – ist die Gliederung von Telefonnummern, die rein typografisch korrekt von hinten nach vorne in Zweierschritten mit einem kleinen Abstand gegliedert/getrennt werden sollen. Mir persönlich gefällt es nicht – und wenn dann auch nur in logischer Form. Sprich anstatt »0800 3 13 10« würde ich eher »0800 31 31 0« setzen. Ob man die Zweierschritt-Regel nutzt, sei jedem selbst überlassen. Ich würde sie nur nutzen, wenn Sie auch Sinn macht bzw. wenn sich keine schöne Ziffernpaare formen lassen. Zudem sollte der Leerabstand groß genug und »gewollt« aussehen, da sonst eine Rufnummer »wackeln« könnte.

 

Namen korrekt behandeln

 

Das wohl wichtigste auf Visitenkarten sind auch die Namen: Was eine E-Mail-Adresse bedauerlich nicht immer kann sollte jedoch im Satz für den Druck immer möglich sein – nämlich die korrekte Schreibweise des Namens. Damit sind nicht Rechtschreibfehler gemeint, sondern eher das Problem mit Umlauten und dem Eszett. Liegt der Fall vor oder könnte der Fall bestehen, dass eine Person mit einem Eszett im Namen beschäftigt sein sollte/könnte, so sollte bei der Gestaltung darauf geachtet werden, dass nicht unbedingt eine Versal-Typo verwendet wird. Denn aus dem Nachnamen »Schüßler« sollte dann nicht unbedingt »Schüssler« werden. Der Fall ist ja bereits bekannt. Zu einem gefällt es dem Visitenkartenbesitzer selbst – und dem Empfänger nicht – wenn Namen verfälscht werden. Bei E-Mail-Adressen ist dies ja leider noch der Fall, wobei mittlerweile auch Domain-Namen mit Umlauten möglich sind.

 

Hoch oder quer

 

Visitenkarte hoch oder quer? Eine Frage über die Anfangs bei der Gestaltung ewig überlegt wird. Doch diese Entscheidung kann jedoch relativ schnell beantwortet werden. Denn nur wenn es die Namenslängen der Angestellten und die manchmal gigantisch-lange E-Mail-Adressen zulassen sollte auf ein Hochformat gesetzt werden. In allen anderen Fällen ist das Querformat die wohl sichere Variante. Abstrakte Gestaltungen lassen natürlich auch andere Entscheidungen/Möglichkeiten zu.

 

Weniger ist mehr

Wie schon erwähnt sind Visitenkarten gar nicht so groß. Zwar kann man beide Seiten nutzen, doch ob man das wirklich will bzw. soll? Auf diesem kleinen Raum ist es somit besser, alles so schlicht und einfach wie möglich zu halten. Reduzierung auf die wichtigsten Inhalte sollten geprüft werden: Doppelungen in Telefon- und E-Mail-Adressen (von Kartengeber und Unternehmen) verwirren eher, anstatt sie helfen.

 

 

Weiterer Tipp zum Entfrachten von Visitenkarten: das Weglassen von logischen bzw. ersichtlichen Rubriken. Somit muss vor einer E-Mail-Adresse kein Zusatz »E-Mail« und vor einer Webadresse nicht mehr »Web« oder »Website« stehen, da diese durch das @-Zeichen oder das www-Kürzel für jeden als dieses ersichtlich sind.

 

Der Feintuning-Tabulator

 

Stehen »Telefon« und »Telefax« oder »Fon« und »Fax« untereinander, so sind die Wortlängen fast gleich – aber nur fast. Die darauffolgenden Nummern stehen somit ebenso nur fast untereinander. Wichtig ist es hier, einfach nochmals einen Tabulator zu setzen, damit die Ziffern schön untereinander stehen. Bei »Telefon« und »Fax« ist dies natürlich nicht zwingend, da es hier gewollt versetzt steht.

 

Natürlich gibt es sicherlich noch jede Menge weitere Aspekte, die bei der Gestaltung von Visitenkarten – in typografischer Hinsicht – beachtet werden sollten. Auch sind die hier erwähnten Punkte kein Zwang – sondern nur Vorschläge. Wer Erweiterungen der Liste parat hat, kann diese gerne in der Kommentar-Funktion äußern.

12 Kommentare