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Schusterjunge und Hurenkind

Schusterjunge und Hurenkind

Typo-Wissen über »Schusterjunge« und »Hurenkind« kurz und bündig erklärt.

»Schusterjunge« und »Hurenkind« sind typografische Bezeichnungen für ungewollte Zeilen im Layout – wenn nicht sogar ein No-Go für jedes typografische Bild.

Ein »Schusterjunge« ist die Bezeichnung für eine Anfangszeile eines Absatzes am Kolumnen- oder Spaltenende. Das bedeutet: Wenn sich ein Absatz über mehrere Zeilen erstreckt und nur die erste Zeile des Absatz am Spalten- oder Seitenende steht. Somit wirkt das Satzbild unschön und unruhig. Besonders bei Passagen, indem die erste Zeile eingerückt ist.

Das Wort »Hurenkind« klingt schlimm und darf auch gar niemals im Satzbild vorkommen. Es ist somit eines der größten Verbote im Satzbau. Unter einem »Hurenkind« versteht man die Ausgangszeile eines Absatzes am Kolumnen- oder Spaltenanfang. Steht die letzte Zeile vom mehrzeiligen Absatz am Seiten- oder Spaltenbeginn/anfang so wird dies als ein »Huki« bezeichnet. Grund für das Verbot: Diese Zeile sticht so sehr aus dem Satzbild hervor, damit es für den Leser störend wirkt.

Kommentare & Meinungen

Dafür gibt’s auch eine super Eselsbrücke: „Der Schusterjunge weiß nicht wo er hingeht und das Hurenkind weiß nicht wo es herkommt.“

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Daniel Jahnsmüller
28.12.2011

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