Evolution. Revolution. Solution. Das Portal für Typografie.
Versal-Eszett: Das Résumé

Versal-Eszett: Das Résumé

Braucht Deutschland ein Versal-Eszett? Grafiker und Typografen streiten aktuell über dieses Thema. typolution hat nachgefragt und kam zu einem vorrübergehenden Ergebnis.

Im August stellte typolution die Frage: »Braucht Deutschland ein Versal-Eszett?« Über das Online-Voting konnten alle Leser mitstimmen. Nun ist ein Monat vergangen und das Ergebnis ist überraschend eindeutig: 75 Prozent stimmten für »Ja« und machten somit deutlich, dass es ein Versal-Eszett absolut Sinn macht und auch gewünscht ist. Nur 14 Prozent hingegen sind gegen eine Einführung eines Versal-Eszetts. Die restlichen 11 Prozent ist es wiederum egal.

Zum Artikel gab es noch eine heiße Diskussion die bereits schon vorher bei der Veröffentlichung des kostenlosen PDFs über das Versal-Eszett von Ralf Herrmann entstand.

PS: Es ist noch weiterhin möglich bei der Umfrage teilzunehmen.

Mehr zum Thema Versal-Eszett:
- Versal-Eszett bei Wikipedia
- Die eigene Website des Versal-Eszetts
- Ralf Hermann zum Versal-Eszett

Kommentare & Meinungen

Freue mich sehr, dass die Umfrage zugunsten des Versaleszetts ausgefallen ist, doch muss man auch bedenken, dass die Umfrage sicherlich von vielen Pro-Seiten gepostet und verlinkt wurde und die Teilnehmer wohl nicht unbedingt als Durchschnittsbürger bewertet werden können. Am Ziel sind wir erst, wenn das ẞ gleich in der ersten Klasse als eigener Buchstabe behandelt wird.

01
Nicolas Feil
01.11.2012

Das versale Eszett ist, erfüllt es die Angaben „Zur Formfrage des versalen ẞ“ (oops hier auch nicht eingebunden?), ist allerdings ein wunderschönes Zeichen, welches im Versalsatz die bisherigen Zeichen unbedingt abzulösen hat, basta. Dass im Artikel „Zur Dresdner Form des ẞ“ (hehe!) die endgültige Form noch nicht geklärt gewesen ist, soll nicht dazu verführen, sich beim Designen eines Fonts, der Faulheit hinzugeben, es nicht zu zeichnen.

Traurig an der Angelegenheit ist allerdings, dass das Eszett genau von deutschen Designern wie von Döhren oder Rene Bieder, die ich zu den fleißigeren und derzeit zu den besten jungen Designern weltweit zählen würde, sträflich vernachlässigt wird. Viele amerikanische Designer, denen ich in letzter Zeit dutzende Auskünfte bezüglich ihrer Fehler in ihren Fonts – ja, obwohl ich nur ein dämlicher Handwerker bin; das unbestechliche Auge passt auch ohne Abi und eure Ausbildung – habe zukommen lassen können, zeichnen das versale Eszett tatsächlich in deren Zeichensätze hinein, obwohl eben genau die Bürger solcher Länder nichts damit am Hut haben müssten.

Ähnlich tragisch, wie das Versal-Eszett nicht im Glyphensatz zu haben, ist es, wenn jemand gebrochene Schriften ausliefert, denen das lange ſ, aha, manches geht doch, ist aber genau hier nicht nötig, fehlt. Die Satzteile sind absichtlich leseunfreundlich auseinander gezogen, sodass ihr Studierte ein bisschen mehr zu verfolgen und daran zu arbeiten habt; mach ich sonst eigentlich nicht.

Freundlich
Euer Trottel

PS: »Zur Formfrage des versalen ẞ« und »Zur Dresdner Form des ẞ« sind Studien von Andreas Stötzner, die im „world wide web“ frei downzuloaden sind. Bei: INTERNATIONALER ARBEITSKREIS SIGNOGRAPHIE – http://WWW.SIGNOGRAPHIE.DE

Hugh (Howgh!), ein dummer Schlosser hat gesproch(schrieb)en.

02
Ein dummer Handwerker, kein Grafikus und/oder Typikus
15.01.2015

Kommentar schreiben